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Oktober 2023. Wenn Melina Seipt ihr Team für die Sprechstunden einteilt oder einem Azubi demonstriert, wie man einer störrischen Katze Blut abnimmt, vermutet man nicht, dass sie früher recht schüchtern war. Sozusagen im Zeitraffer hat sich die heute 25-Jährige vom Azubi zur entspannt-kommunikativen Teamleitung der Ambulanz entwickelt. „Wer will, kann bei uns nach der Ausbildung schnell weiterkommen“, strahlt die TFA. Ihr selbst ermöglichten die Klinikchefs bereits ein Jahr nach Ausbildungsende den Karrieresprung. Vorher hatte sie im OP assistiert. „Als ich damals hörte, dass die Stelle frei wird, habe ich all meinen Mut zusammengenommen und mich beworben“, erinnert sich Melina Seipt. „Ich war zwar noch ein Jungspund, aber hochmotiviert, die Teamarbeit zu verbessern.“ Ihr lag vor allem auch die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit am Herzen: Die in Klinikbereichen organisierten TFA-Teams sollten stärker ineinandergreifen und voneinander lernen, so dass jede*r in Stoßzeiten überall einspringen könnte.
Ihre frischen Ideen kamen bei der Klinikleitung gut an, und die junge Tierarzthelferin durfte sich beweisen. Seit nunmehr zwei Jahren managt Melina Seipt ein Team von zehn TFA und Pflegern sowie im Schnitt fünf Azubis, koordiniert in enger fachlicher Abstimmung mit den Ärzten die Abläufe in der Terminsprechstunde und Notaufnahme und die weitere Behandlung und Diagnostik, bildet Azubis professionell aus und neue Kollegen ein.

Ihre frischen Ideen überzeugten: Melina Seipt konnte bereits ein Jahr nach ihrer Ausbildung zur Teamleitung der Ambulanz aufsteigen. Foto: www.photogenika.de

„Natürlich musste ich in meine Führungsaufgaben erst hineinwachsen“, sagt Melina Seipt. „Geholfen hat mir, dass ich mich schon immer gut auf andere Menschen einstellen konnte.“ Also ist sie mit Elan und Empathie in die Rolle der Motivatorin und Seelentrösterin geschlüpft und hat das pädagogische, rechtliche, organisatorische, psychologische und methodische Rüstzeug dafür erworben. Unter anderem hat sie zugegriffen, als ihr Klinikchef Dr. Felix Neuerer anbot, die Kosten für die Ausbildereignungsprüfung an der IHK zu übernehmen. Aus dem zweiwöchigen Intensivkurs, für den sie freigestellt wurde, brachte sie jene Kenntnisse und Fertigkeiten mit, die es ihr heute leicht machen, Azubis selbstständiges Arbeiten und Geschick im Umgang mit Tieren und Tierbesitzern zu vermitteln. Außerdem ist sie stolz auf die gute Laune in ihrem Team. Dazu trägt auch die ressortübergreifende Teamarbeit bei. „Wir schauen heute viel mehr über den Tellerrand als vorher“, sagt sie.

Auch für Pia Kammerer war ihre erfolgreiche TFA-Ausbildung der Beginn der Weiterbildung. Sie hat sich nach Ausbildungsende für den Bereich OP/Anästhesie entschieden und wollte sich mit einer international anerkannten Intensivausbildung in Veterinäranästhesie weiter spezialisieren. „Mich hat damals das Lernklima in der Tierklinik inspiriert. Bei uns tut irgendwie jeder etwas für sein Wissen“, sagt die 27-jährige TFA. Dennoch war die frisch gebackene Helferin überrascht, dass sie sofort eine Zusage erhielt, als sie Klinikchef Dr. Klaus Zahn nach der exklusiven Weiterbildung fragte. „Es ist schließlich nicht selbstverständlich, dass ein Arbeitgeber, nachdem er einen Azubi übernommen hat, direkt weiter in ihn investiert. Das Vertrauen in mich hat mich wirklich geehrt.“ Durch die so genannte VASTA-Ausbildung, die von einer von einer Schweizer Fachschule in sechs Blöcken angeboten wird, konnte Pia Kammerer ihr Wissen u.a. in Risikoeinschätzung, Pharmakologie, Beatmungsformen, Anästhesietechniken, Schmerztherapien, Reanimation, Schmerzbekämpfung, Monitoring und Gerätekunde weiter ausbauen. Die Tierklinik trug die Kosten und stellte die junge TFA an Werktagen für den Blockunterricht frei.

Pia Kammerer war gerade frisch gebackene TFA, da konnte sie bereits die Intensivausbildung zur Veterinär-Anästhesie-Technikerin machen. Foto: www.photogenika.de

Natürlich fällt einem so eine große Weiterbildung nicht in den Schoß. „Man muss sich schon engagieren und viel lernen“, erklärt Pia Kammerer. Das kann neben dem Job recht mühsam sein. Doch letztendlich zahlt sich die Anstrengung aus. Abgesehen davon, dass sich die Wertschätzung für die Bezeichnung „Veterinär-Anästhesie-Technikerin“ auf dem Gehaltszettel bemerkbar macht, spürt die Narkosespezialistin auch an sich selbst eine Veränderung. „Ich bin viel sicherer in der Anästhesie geworden und vertraue mir und meinen Fähigkeiten viel mehr.“ Das tun auch die Ärzte in der OP-Vorbereitung und im OP, die ihr viele Freiräume lassen. So sucht Pia Kammerer für ihre Patienten die Narkosemittel selbst aus und entscheidet, wie ein Patient für die Sedierung, wie er für die OP gelagert wird. Dabei fühlt sich die TFA nie allein gelassen. „Sollte ich doch einmal unsicher sein, ist immer jemand da, mit dem ich mich beratschlagen kann“, sagt Pia Kammerer, die auch die internen Fortbildungsrunden mit Literatur- und Fallbesprechungen sehr schätzt. Erst vor Kurzem hat sie an einem klinikinternen Reanimationsseminar mit Oberarzt und Intensivmediziner Hendryk Fischer teilgenommen.

Auch Melina Seipts Wissensdurst ist ungebrochen: Im Februar 2023 hat sie neben ihrer Vollzeitstelle ein Studium zu Tierheilpraktikerin und Tierphysiotherapeutin begonnen.

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Wenn auch Sie Interesse an einer Stelle als TFA haben, freuen wir uns über Ihre Bewerbung. Wir legen Wert auf Teamfähigkeit, persönliches Engagement, Belastbarkeit und Flexibilität sowie Leistungs- und Lernbereitschaft.

Ihre Unterlagen senden Sie bitte an:
Tierklinik Ismaning
Stefanie Stock
E-Mail: bewerbung@tierklinik-ismaning.de

Nachtrag: Mittlerweile setzt Pia Kammerer ihre Karriere bei einem anderen Arbeitgeber fort.

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