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Ursprünglich wurde Mimi mit Fieber ohne erkennbare Ursache bei uns im Notdienst vorstellig. „In solchen Fällen kann die Suche nach einer Ursache eine sehr undankbare Aufgabe sein“, erklärt Tierärztin Dr. Vera Morbach, „denn es gibt unendlich viele Erkrankungen, die Fieber auslösen.“ Doch bei der drei Jahre alten Katze hatten unsere Internisten mit Tierärztin Dr. Barbara Stephan den Auslöser für die Fieberschübe bald gefunden: Mimi litt an einer Nierenbeckenentzündung innerhalb ihrer so genannten Sackniere. Darunter verstehen Mediziner die irreversible Erweiterung des Nierenbeckens und der Nierenkelche, die auf einen gestörten Harnabfluss zurückgeht. Ursächlich sind Verstopfungen des betroffenen Harnleiters durch Harnsteine, Narbengewebe, Tumore oder Entzündungsprodukte.

Bei Mimi hatte der ständige Druck im rechten Nierenbecken trotz ihres jungen Alters bereits zur Zerstörung des zarten Nierengewebes geführt. Dabei hatte die Europäisch-Kurzhaar noch Glück: Es war nur ihre rechte Niere von dem Harnrückstau betroffen, ihre linke war voll funktionsfähig. Eine einseitige Entfernung einer Niere kann der Körper normalerweise vollständig kompensieren. „Wir haben den Besitzern daher geraten, die kranke Niere mitsamt dem erweiterten Harnleiter zu entfernen“, erklärt Dr. Vera Morbach, die den Eingriff auch durchführte. Schließlich sind Sacknieren ein Reservoir für Keime und erhöhen die Anfälligkeit für weitere gefährliche Nierenbeckenentzündungen. Für Mimi war die OP ein voller Erfolg. Sie hat überhaupt keine Beschwerden mehr, ihr Halter ist überglücklich. Sie wird zeitlebens lediglich etwas häufiger zur Nierenwertkontrolle vorstellig werden, als es bei Katzen sowieso empfohlen wird.

Den Verlust einer Niere kann Mimi gut kompensieren.
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