Überspringen zu Hauptinhalt
Schon wenige Tage nach der OP hat Smoky wieder Appetit auf Sahne.

Wenn unsere Tierärzte ihren Patienten ein zweites Leben schenken können, sind sie besonders glücklich. So ging es unserer Chirurgin Dr. Lena von Spiessen mit Kater Smoky. Sie hatte den Britisch-Kurzhaar in lebensbedrohlichem Zustand unter ihre Fittiche genommen: Ein großer Tumor, der am rechten Leberlappen hing, füllte fast den gesamten Bauchraum aus. Der fünf Jahre alte Wohnungskater fraß nur noch wenig und hatte auch seit einigen Monaten abgenommen. Angesichts der warmen Sommertemperaturen hatte die Halterin darin nichts Auffälliges gesehen. „Smoky war immer aktiv und hatte definitiv keine Schmerzen“, sagt sie.

Eine Leberlappenresektion war unumgänglich, doch das Tier hatte nicht nur wegen des Tumors eine schlechte Prognose: Auch sein Hämatokrit-Wert (die Anzahl der roten Blutkörperchen) lag weit unterhalb der Norm. Ohne Bluttransfusion würde das Tier nicht überleben, doch Spenderblut war so schnell nicht verfügbar, weil der Rassekater die seltene Blutgruppe B hatte. Dank der Unterstützung der Halterin, die über einen Zuchtverein zwei Spenderkater organisierte, konnten wir dem Stubentiger jedoch 80 ml Fremdblut injizieren.

Auch beim Eingriff selbst verlor Smoky keinen Tropfen Blut. Denn unsere erfahrene Chirurgin arbeitete nach der modernen Stapler-Methode (englisch für „heften“). Das OP-Gerät, das sie verwendete, ähnelt einem großen Tacker, mit dem sie vorsichtig die riesige Tumorwucherung von dem gesunden Lebergewebe trennen und mit zwei Titanklammerlinien die Wundränder verschließen konnte. Keine Komplikationen!

Einen Tag später bereits war Smoky stabil. Er lief auf der Station herum und hatte Appetit für drei. Trotz der Tatsache, dass sich der Tumor im histologischen Labor als bösartig herausstellte, kann Smoky bei vorsichtiger Prognose sein Leben jetzt weiterhin bei guter Lebensqualität verbringen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

An den Anfang scrollen
Suche