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Zahnheilkunde

Hunde, Katzen und andere Haustiere leiden ähnlich wie Menschen sehr häufig unter Zahnerkrankungen. Anders als wir zeigen sie allerdings in der Regel keine Symptome. Dies ist nicht nur wegen der damit verbundenen Schmerzen fürs Tier fatal: Andauernde Entzündungen in der Mundhöhle beeinträchtigen auch den übrigen Organismus des Tieres. Unter anderem können Bakterien aus dem Mund die Herzklappen besiedeln. Auch die Nieren, die Leber und die Gelenke leiden unter andauerndem Keimbefall der Zähne und der Mundschleimhäute. Zuguterletzt neigen entzündete Areale dazu, bösartige Wucherungen zu entwickeln.

Prophylaxe

Wir empfehlen, mit Hunden oder Katzen im Welpenalter ein Mal im Monat in die Zahnsprechstunde zu kommen. So können Fehlentwicklungen – beispielsweise beim Zahnwechsel – rechtzeitig erkannt werden. Auch sieht der Tierarzt bei frühen Kontrolluntersuchungen, ob sich der Kiefer normal entwickelt und kann rechtzeitig gegensteuern, wenn Probleme auftreten. Erwachsene Tiere sollen ein bis zwei Mal im Jahr vorgestellt werden.

Zahnreinigung

Es gibt kaum Hunde oder Katzen ohne Zahnbelag. Daher können grundsätzlich auch alle Vierbeiner von Zahnstein betroffen sein. Allerdings entstehen die harten Ablagerungen genetisch bedingt (Kieferanatomie, Zusammensetzung des Speichels etc.) bei bestimmten Rassen häufiger. Eine professionelle Zahnreinigung empfehlen wir bei allen Vierbeinern, wenn deren Zähne nicht (regelmäßig) geputzt werden können. Wenn Sie in die Zahnsprechstunde kommen, können wir feststellen, ob die Behandlung bei Ihrem Tier akut angezeigt ist.

Parodontologie

Entzündungen des Zahnfleisches sind häufig und führen unbehandelt im Lauf der Jahre zum Zahnausfall. Zudem riecht der Atem des Tieres bei anhaltender Parodontose unangenehm. Besonders bei Katzen, aber auch bei Hunden bildet sich in aller Regel Zahnstein, besonders, wenn die Tiere wenig trinken. Anders als Plaque kann Zahnstein nicht vom Besitzer mit der Zahnbürste entfernt werden.

Zieht sich das Zahnfleisch infolge von Entzündungen zurück, werden die Zahnhälse sichtbar. Im fortgeschrittenen Stadium müssen die Zähne dann gezogen werden.

Zahnerhaltung

Gebrochene Zähne: Zahnfrakturen kommen relativ häufig vor. Oft beißt beispielsweise ein Hund auf einen Stein oder spielt mit einem Stock und bricht dabei einen Teil eines Eckzahnes heraus. Sehr schnell entzündet sich in diesem Fall der Nerv (Pulpa). Bei der Behandlung entscheidet der Arzt zusammen mit dem Halter, ob eine Wurzelbehandlung nötig ist, eine Füllung oder eine Krone angefertigt wird, oder ob der Zahn ganz gezogen werden sollte. Die Operationen erfolgen unter Narkose.

Karies: Sie kommt bei Hunden vor, aber nicht bei Katzen. Je nach dem Ausmaß des Schadens wird eine Füllung gelegt, eine Krone gesetzt oder der Zahn gezogen. Muss der Zahn aufgebaut werden, stehen als Material prinzipiell Keramik, Kunststoff oder Metall zur Verfügung. Bei der Wahl muss die Stellung des Zahns im Gebiss berücksichtigt werden.

Stomatologie: Mit diesem Begriff wird die Lehre von den Mundschleimhäute bezeichnet. Oft sind sie entzündet, bluten zum Teil sogar. Der Auslöser sind Bakterien, Viren, eine Überreaktion des Immunsystems auf einen Reiz oder aggressive Stoffe, mit denen das Tier in Kontakt gekommen ist. Auch Nierenerkrankungen oder eine Störung des Insulinstoffwechsels kommen als Ursache in Betracht.

Fehlstellungen des Gebisses

Zum Teil sind sie für den Laien augenfällig, manchmal ergibt erst eine Röntgenaufnahme ein genaues Bild eventueller Anomalitäten. Um dauerhafte Schäden an den Zähnen und dem Kiefergelenk zu vermeiden, können Fehlstellungen mittels einer Spange korrigiert werden.

In manchen Fällen verletzen lange Fangzähne (canini) den Gaumen. Die Ursache hierfür ist unter Umständen ein verzögerter Übergang vom Milchgebiss zu den bleibenden Zähnen. Fallen Milchzähne nicht aus, sollten sie gezogen werden.

Bei einer Fehlstellung der Fangzähne wird außerdem eine Kürzung in Erwägung gezogen, um Folgeschäden zu vermeiden. Oft kann die Fehlstellung allerdings auch mit einer Aufbissschiene oder Dehnschraube behoben werden.

Tumore im Maul

Sie sind oft bösartig und werden leider häufig zu spät entdeckt – auch dies ist ein Grund, dem Gebiss eines Haustieres Aufmerksamkeit zu schenken und regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen!

In der Tierklinik Ismaning wird im Zweifelsfall eine Gewerbeprobe entnommen. Die Entfernung eines Tumors ist im Spätstadium unter Umständen nur möglich, indem ein Teil des Kiefers entfernt wird.

Zahnmedizin für Nagetiere

Für sie empfehlen wir zwei Mal im Jahr eine Kontrolluntersuchung. Besonderes Augenmerk wird der Tier-Zahnarzt auf die Länge der Zähne, auf eventuellen Fehlstellungen und einen gleichmäßigen Abrieb der Zähne richten.