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Wie wichtig die Vorgeschichte eines Tieres sein kann, zeigt das Beispiel unserer Patientin Daisy. Die Hündin wurde mit Apathie, Anämie, Fieber und einer chronischen Wunde am Ohr bei uns vorgestellt. Weil die Halter erzählten, dass die Hündin drei Jahre zuvor aus Spanien importiert worden war, wurde unsere Oberärztin Dr. Julia Llewellyn sofort hellhörig. „Hautläsionen wie Ohrrandnekrosen, kahle und schuppige Stellen wie auch geschwollene Lymphknoten sind typisch für eine Leishmaniose“, erklärt sie. Die Infektionskrankheit wird von Sandmücken übertragen, die vor allem im Mittelmeerraum heimisch sind. Daher taucht die Leishmaniose bei hier lebenden Hunden vor allem als Reisekrankheit nach dem Besuch entsprechender Länder auf. Das Tückische: Die Krankheit bricht mitunter erst Jahre nach der Infektion aus, so dass die Halter oft keinen Zusammenhang mehr zu einer Urlaubsreise oder zur Herkunft der Tiere herstellen. Das ist gefährlich: Denn die Leishmaniose kann sich beim Hund in verschiedenen Verlaufsformen von mild bis lebensbedrohlich entwickeln. Unbehandelt führt sie zum Tod.

Importhund Daisy hat sich wahrscheinlich in Spanien mit Leishmanien infiziert.

Im Falle von Daisy bestätigten Labortests den Verdacht der behandelnden Ärztin, und sie konnte sofort mit der Therapie starten. Leider kann die Leishmaniose nie vollständig geheilt werden. Ein infizierter Hund wird die Erreger, die die weißen Blutkörperchen befallen, nie mehr los. Nur die Symptome können medikamentös bekämpft werden, mitunter ein Hundeleben lang. Bei Daisy war acht Wochen nach Therapiebeginn das Ohr abgeheilt, und auch die Blutwerte hatten sich normalisiert.

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