24 Stunden Notfallbesetzung und OP-Bereitschaft
Natalie Sindern

Sorgfältig trägt Natalie Sindern das Kontaktgel auf, setzt den Ultraschallkopf auf die Haut und fährt mit dem Gerät behutsam über die Brustwand des Hundes. Per Ultraschall kann die Tierärztin jetzt ins Herz des kleines Terriers blicken, der unter Kurzatmigkeit und Husten leidet. Es besteht Verdacht auf eine Mitralklappen-Endokardiose, eine bei Hunden sehr häufige degenerative Erkrankung der Herzklappen. „In 80 bis 90 Prozent der Fälle kann ich bei herzkranken Tieren eine klare Diagnose stellen. Das ist sehr befriedigend“, erklärt Natalie Sindern ihre Vorliebe für die Kardiologie. Auf einem Monitor kann sie jetzt durch die Echokardiografie eine Vergrößerung von Vorhof und Herzkammer sowie Verdickungen an den Herzklappen erkennen. Verdacht bestätigt. „Ein Herzultraschall erfordert viel Übung“, sagt die Tierärztin, „weil man zwischen den Rippenbögen immer nur ein kleines Fenster hat, durch das man das Herz schallen kann.“

 

Erfahrung in der Kardiologie brachte Natalie Sindern zwar schon mit, als sie bei uns ein Internship absolvierte und fachübergreifend Routine gewann. Ob Notfallambulanz, Innere Medizin, Chirurgie, Anästhesie, Intensivmedizin, Labor oder Station: Innerhalb von zwölf Monaten durchlief sie alle Abteilungen und lernte Arbeitsabläufe, Strukturen und hunderte von Patienten kennen. Doch nach dem Weiterbildungsprogramm, das der beruflichen Orientierung von Young Professionals dient, war sie sich sicher: Sie will eine Facharztausbildung Innere Medizin machen und sich zusätzlich weiter aufs Herz spezialisieren.

„Machen wir uns nichts vor“, sagt Natalie Sindern, „ein Internship ist eine sehr arbeitsintensive und zum Teil stressige Zeit.“ Denn vom ersten Tag an muss jeder Berufseinsteiger aktiv mitarbeiten und wird durch den Klinikbetrieb mit einem überwältigenden Spektrum an Fällen konfrontiert. „Dadurch lernt man sehr schnell sehr viel, braucht aber gute Nerven“, sagt Natalie Sindern, die persönlich nicht ins ganz kalte Wasser springen musste. Sie hatte schon drei Jahre als Doktorandin an der Uniklinik hinter sich, bevor sie an die Tierklinik Ismaning wechselte. Doch gerade auch die Notdienste hat sie emotional als sehr anstrengend empfunden. „Wenn man als Berufsanfänger nachts oder am Wochenende auf einmal eigenverantwortlich eine Katze unter Schock behandeln muss, kommt man schon ins Schwitzen“, sagt sie. „Auch wenn immer ein Back-up durch Ober- oder Chefärzte da ist, die man anrufen kann, erst einmal ist man auf sich allein gestellt.“ Das Gute: An neuen, ungewohnten Aufgaben wächst man am schnellsten.

Auch wenn Natalie Sindern manchmal gestöhnt hat, möchte sie rückblickend keinen Tag des Internships missen. „Ich hatte früher zum Beispiel einen Heidenrespekt vor der Chirurgie“, gesteht sie. „Wenn ein verletztes Tier auf dem Behandlungstisch lag, war ich unsicher und hatte Angst, etwas falsch zu machen.“ Seit dem Internship sind ihr auch solche Patienten vertraut.

Denn auch im regulären Klinikalltag konnte sie sich immer auf Rückendeckung verlassen. Sind doch die Young Professionals in ein Team gut ausgebildeter Kleintierspezialisten eingebunden, mit denen sie jeden Patienten durchsprechen und aufarbeiten können. „Die Kollgen haben immer ein offenes Ohr. Aber es hängt vor allem von jedem selbst ab, was und wieviel er lernt. Wer will, kann einen großen Sprung nach vorne machen“, weiß Natalie Sindern, die seit Juli 2018 zum festen Ärztestamm gehört und ihre Zeit zwischen herzkranken und internistischen Patienten aufteilt.

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Wenn auch Sie Interesse an einem abwechslungsreichen Intership haben, freuen wir uns über Ihre Bewerbung. Wir legen Wert auf Teamfähigkeit, persönliches Engagement, Belastbarkeit und Flexibilität sowie Leistungs- und Lernbereitschaft.

Ihre Unterlagen senden Sie bitte an:
Tierklinik Ismaning
Stefanie Stock
E-Mail: bewerbung@tierklinik-ismaning.de