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Die Eiterkruste ist abgefallen.

Der Name klingt so harmlos: Katzenschnupfen. Doch Kater Schef hätte die Infektionskrankheit fast das Leben gekostet – wäre er nicht rechtzeitig behandelt und gepflegt worden. Der Britisch-Kurzhaar-Mischling bot ein Bild des Jammers, als er mit Fieber in der Tierklinik Ismaning eingeliefert wurde: Nicht nur, dass mehrere Geschwüre Zunge, Gaumen und Fußballen des Tieres bedeckten. Auch der Nasenspiegel war mit einer dicken Eiterkruste verklebt und löste sich allmählich ab. „Wahrscheinlich hat sich Schef mit einem besonders aggressiven Stamm angesteckt, denn dieser schwere Krankheitsverlauf ist selten“, sagt Oberärztin Julia Llewellyn. In der Regel geht die Infektion mit Niesen, Nasenausfluss, Augenbindehautentzündung, Augenausfluss, Fieber und Mattigkeit einher.

Für den Katzenschnupfen sind meist mehrere Krankheitserreger verantwortlich, die sich gegenseitig begünstigen. Hauptkeime sind Herpes- und Calciviren, doch auch andere Viren sowie Bakterien wie Chlamydien und Mykoplasmen können beteiligt sein. Gefährlich sind auch so genannte Sekundärinfektionen, die den ohnehin geschwächten Organismus zusätzlich belasten.

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Geschwüre bedecken die Zunge.

Julia Llewellyns Behandlungsplan für Schef sah vor allem professionelle Krankenpflege vor. Um bakterielle Infektionen zu verhindern, verordnete sie Antibiotika, Interferon verschrieb sie, um die Immunabwehr des kranken Katers zu stärken. Die Heilung des Nasenspiegels stellte sie durch schmerzstillende Salbe sowie regelmäßiges Säubern und Inhalieren sicher. Doch da der Kater, weil er das Futter nicht mehr riechen konnte, das Fressen verweigerte, musste die Tierärztin auch eine Ösophagussonde legen. Denn während Hunde auch mal ein paar Tage unbeschadet hungern können, wird es bei Katzen bereits nach ein wenigen Tagen ohne Nahrung kritisch. „Katzen fangen sehr schnell an, ihr Körperfett zu verstoffwechseln, der Fettstoffwechsel der Leber gerät aus dem Lot, es kann zur Leberverfettung kommen, die wiederum führt zu weiterer Fressunlust, was wiederum die Lebererkrankung verschlimmert“, erklärt Julia Llewellyn den Teufelskreis. Das alles blieb Schef dank Ernährung mittels flüssiger Sondennahrung erspart. Nach neun Tagen Klinikaufenthalt konnte er als gesund entlassen werden.

 

 

 

 

 

 

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