24 Stunden Notfallbesetzung und OP-Bereitschaft

Unterernährung durch Gefäßanomalie

Das Röntgenbild zeigt das mit Kontrastmittel angereicherte Futter im Magen (großer weißer Fleck rechts) als auch Futterreste in der erweiterten Speiseröhre (länglicher, unregelmäßig weißer Fleck links).

Die Aorta ist die größte Arterie des Körpers und transportiert das sauerstoffreiche Blut vom Herzen in den Körper. Beim Fötus entwickelt sie sich normalerweise aus der linken Aortenbogenanlage und ist mit der Lungenarterie durch ein Gefäß, den Ductus Botalli, kurzgeschlossen. Dieses bildet sich nach der Geburt, wenn die Lungenatmung eingesetzt hat, bis auf ein Band zurück. Beide Hauptschlagadern liegen links von der Speiseröhre (medizinisch: Ösophagus). Durch eine embryonale Entwicklungsstörung jedoch kann es zur Ausbildung eines rechten Aortenbogens kommen. Dieser zieht dann rechts an der Speiseröhre vorbei.

Für den Blutfluss hat das keine Folgen, doch durch die Fehlbildung wird die Speiseröhre von Rechtsaorta, Herzbasis und dem Überbleibsel des Kurzschlussgefäßes regelrecht eingeschnürt. Es entsteht eine so genannte Ringanomalie.

Symptome

Solange der Welpe gesäugt wird, hat er noch keine Probleme, denn die Muttermilch kann die Engstelle ungehindert passieren. Doch in dem Moment, wo das Tier beginnt, feste Nahrung zu sich zu nehmen, behindert der Ring das Abschlucken und der Futterbrei sammelt sich im Schlund.

Obwohl die Tiere mit Appetit fressen, bleiben sie im Wachstum zurück und magern ab. Bereits wenige Minuten nach der Futteraufnahme würgen sie einzelne Brocken wieder aus der Speiseröhre hoch. Dieses so genannte Regurgitieren wird oft mit Erbrechen verwechselt. Durch das Hochwürgen besteht auch die Gefahr, dass die Tiere Futterbrei einatmen und eine Lungenentzündung entwickeln.

Je länger der Zustand andauert, um so mehr erweitert sich die Speiseröhre. Sie kann regelrecht ausleiern, und vor der Einschnürung bildet sich ein Sack, in dem sich der abgeschluckte Speisebrei ansammelt. In der Regel wird die Erkrankung durch eine Röntgenuntersuchung mit einer abgeschluckten Kontrastflüssigkeit diagnostiziert.

Therapie

Die Folgen der meisten Ringanomalien können – sofern sie erkannt werden – sehr gut operativ behoben werden. Um die Speiseröhre wieder zu mobilisieren, müssen wir allerdings den Brustkorb öffnen und das Überbleibsel des Kurzschlussgefäßes durchtrennen. Nur so können wir die Einschnürung im Bereich der Herzbasis lösen. Die besten Prognosen haben Patienten, die noch im Welpenalter operiert werden.