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Boxerhündin Gisa vor der OP.

Die Welpen quietschen vor sich hin und drängen sich an die Zitzen. Boxerhündin Gisa hat ihre sechs Welpen erst vor einer Woche zu Hause geworfen. Doch es gab Komplikationen: Bei jeder Presswehe erbrach sich das Tier schwallartig und presste selbst Stunden nach dem Ende der Geburt weiter. In den Folgetagen ging es Gisa immer schlechter. Statt entspannt ihre Welpen zu säugen, war sie apathisch und erbrach sich nach wie vor. Die Therapie des Hausarztes, der erhöhte Entzündungswerte feststellte, schlug nicht an. Als die Hündin kollabierte, kam sie als Notfall zu Dr. Nina Brugger, die im Ultraschall Flüssigkeit und gewebliche Reste in der Gebärmutter darstellen konnte. „Eine Zeitbombe“, sagt die Gynäkologin, die einen mumifizierten Welpen vermutete. „In solchen Fällen besteht immer das Risiko einer lebensbedrohlichen Infektion oder inneren Vergiftung.“ Die Entfernung von Gebärmutter und Eierstöcken war daher die beste Lösung für die Hündin, zumal sie bereits zweimal geworfen hatte.

Die pathologische Uterus-Untersuchung nach der OP brachte dann letzte Gewissheit: Es waren Reste der Fruchthüllen in der Gebärmutter verblieben. Außerdem hatte Hündin Gisa an einer Subinvolution der Plazentarstellen, kurz: SIPS, gelitten. Bei dieser Rückbildungsstörung des Uterus verschließen sich die Blutgefäße nicht, wenn sich die Plazenta des Welpen von der mütterlichen Gebärmutterschleimhaut löst. Über Wochen und Monate kommt es dabei zu Blutungen, die bis zum Tod führen können. Dr. Nina Brugger hat Gisa mit der Kastration wahrscheinlich das Leben gerettet.

Eine Woche nach der OP ist die Hündin zwar noch etwas geschwächt, kümmert sich aber liebevoll um ihre Welpen und hat bereits mit den ersten Erziehungsmaßnahmen begonnen. „Sie ist eine strenge Mutter“, sagt Gisas Frauchen.

 

 

 

 

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