Überspringen zu Hauptinhalt

Tage nach der OP: Das verkapselte Hämatom in Lillys Bauchraum war so groß wie eine Grapefruit gewesen.

Patientin Lilly stellte unsere Ärzte zunächst vor ein Rätsel. Obwohl die Katze aktiv und munter wie eh und je war – sie jagte Mäuse, fraß gut, ihr Fell glänzte –, war ihr Bauch binnen weniger Tage zu einer prallen Kugel aufgedunsen. Im Ultraschall war nur eine riesige Geschwulst zu sehen, die das Abdomen ausfüllte und alle Organe verdrängte.

Über die Erklärung dafür – Sackniere, Abszess, Fuchsbandwurm-Leberzyste – konnten unsere Internisten nur Vermutungen anstellen. Erst im CT konnten sie erkennen, dass Lillys Umfangsvermehrung wahrscheinlich von der Gallenblase ausging. Die Besitzer stimmten einer OP zu, und am Ende schälte Chirurgin Natalia Gawda eine grapefruitgroße flüssigkeitsgefüllte Blase aus dem Bauchraum der kleinen Katze. Im Nachhinein stellte sich die 800 Gramm schwere Kugel als verkapseltes Hämatom heraus, das sich um die Gallenblase herum gebildet hatte.

Danach musste Lilly noch einige Tage intensivmedizinisch betreut werden, bevor wir sie entlassen konnten. U.a. legten wir ihr eine Ösophagussonde. Auch dank der guten Pflege zu Hause hat Lilly zehn Tage nach der OP schon wieder Lust auf Mäusejagd. „Sie schreit regelrecht, weil sie raus will“, erzählt ihre Halterin, die wiederum aufatmet, weil der pathologische Befund negativ war.

An den Anfang scrollen
×Suche schließen
Suche