24 Stunden Notfallbesetzung und OP-Bereitschaft

Um Impfungen kommen Tierhalter, die ihre Vierbeiner lieben, nicht herum. Die Tierklinik Ismaning hält sich mit ihrer Impfpraxis an die Leitlinien der „Ständigen Impfkommision für Kleintiere“. Wir führen die sogenannten „Core-Impfungen“ durch, die wir als unerlässlich betrachten, da sie sich gegen Erreger richten, vor denen das Tier zu jeder Zeit geschützt sein sollte. Außerdem impfen wir gegen Bordetella  intranasal in Kombination mit Parainfluenza (beides Erreger von Zwingerhusten) sowie gegen Leishmaniose,  sofern sich Hunde regelmäßig im Ausland aufhalten.

Probleme bereitet die Impfung nach unsere Erfahrung nie – ein kurzer Piks, und das Tier kann mit seinem Besitzer wieder nach Hause gehen. Wir bieten in Kombination mit der Impfung eine kurze klinische Untersuchung an, bei der wir die Temperatur, den Allgemeinzustand und die Herzgeräusche des Tieres prüfen. Sie dauert maximal zehn Minuten, ist komplett schmerzfrei und gibt im Zweifelsfall wertvolle Hinweise auf gesundheitliche Beeinträchtigungen, die in vielen Fällen im Anfangsstadium weit besser behandelt werden können als bei fortgeschrittener Symptomatik.

Impfungen für Hunde

Core-Impfungen: Staupe, Parvovirose,  Leptospirose, HCC, Tollwut. Non-Core-Impfungen: Bordetella, Parainfluenza (Zwingerhusten), Leishmaniose.

Staupe (canine distemper)

veterinary is giving the vaccine to the puppy dog Shar-Pei

Impfungen können vor gefährlichen Krankheiten schützen. © fotolia / V&P Photo Studio

Die Krankheit, die bis zu den 1960er Jahren wiederholt in verschiedenen Regionen zu Massensterben unter Hunden sorgte, schien in Deutschland besiegt, kehrt jetzt aber zurück.  Vermehrt werden zurzeit Staupe-Infektionen bei Füchsen beobachtet. Weil die Wildtiere immer häufiger auch in Grünstreifen und Parks der Städte unterwegs sind, können sie Hunde anstecken.

Die Staupe gehört zu den schwersten Krankheiten, die Hunde erleiden können. Das Virus breitet sich per Tröpfcheninfektion aus und wandert über den Rachen, die Lymphknoten und die Bronchien übers Knochenmark bis in den Verdauungstrakt und die Geschlechtsorgane. Die Krankheit kann tödlich enden.  Mögliche Symptome sind hohes Fieber, Erbrechen, Atemnot, epileptische Anfälle oder die Verhornung der Nase und der Zehenballen. Auch Krämpfe, Nervenlähmungen und Bewusstseinsstörungen werden beobachtet.

Für optimalen Schutz gegen eine Infektion sollten Welpen normalerweise in der achten, zwölften und 16. Lebenswoche gegen die Staupe geimpft werden, danach mit 15 Monaten. Die Impfung wird ab dem zweiten Lebensjahr alle drei Jahre aufgefrischt.

Parvovirose

Nicht ganz so gefährlich wie die Staupe, jedoch hoch ansteckend und in schweren Fällen tödlich. Parvovirose äußerst sich in heftigem Erbrechen, Durchfall (oft blutig) und Fieber. Die Ansteckung erfolgt durch verunreinigtes Futter oder Belecken von Gegenständen, Fell oder Händen.  Besonders Besitzer von Welpen und älteren Hunden mit geschwächtem Immunsystem müssen die Parvovirose fürchten.

Infizierte Welpen sterben häufig an einer Herzmuskelentzündung. Eine Grundimmunisierung sollte mit Impfungen im Alter von acht, zwölf und sechs Wochen, danach mit 15 Monaten. Wir empfehlen eine Auffrischung ab dem zweiten Lebensjahr alle drei Jahre.

Leptospirose

Sie ist auch unter der Bezeichnung Stuttgarter Hundeseuche und Weil-Krankheit bekannt. Eine Infektion führt bei schweren Verläufen zu Nierenversagen und kann auf den Menschen übertragen werden!  Ansteckungsquelle können Wildtiere sein  – beispielsweise die oben erwähnten Füchse – , aber auch Ratten, Katzen, Rinder oder Schweine. Grundimmunisierung mit acht, zwölf Wochen und 15 Monaten, danach eine jährliche Auffrischung. Lebt das Tier in Gebieten mit häufigem Auftreten von Leptospirose, sollte häufiger aufgefrischt werden.

Hepatitis contagiosa canis (HCC)

HCC wird durch ein Virus verursacht, das mit dem Erreger des Zwingerhustens verwandt ist. Die Infektion führt zu einer chronischen Leberentzündung, die in eine Leberzirrhose münden kann. Auch die Nieren und die Augen werden in Mitleidenschaft gezogen. Charakteristisch ist das “hepatitische blaue Auge”. Zu den Symptomen zählen außerdem Fieber, Erbrechen, Gelbsucht und Schmerzen.  Ein tödlicher Krankheitsverlauf ist nicht selten. Grundimmunisierung im Alter von acht, zwölf und 16 Wochen, danach mit 15 Monaten. Die Grundimmunisierung erfolgt durch zwei aufeinanderfolgende Impfungen, Auffrischung ab dem zweiten  eine Auffrischung alle drei Jahre.

Tollwut

Die Infektion geht auf das Rhabdovirus zurück und verläuft praktisch immer tödlich. Sie kann auf den Menschen übertragen werden und muss deswegen sofort gemeldet werden; die betroffenen Tiere werden eingeschläfert.

Infizierte Tiere fallen durch aggressives Verhalten und Unruhe auf. Selbst Hunde, die zuvor scheu waren, suchen den Kontakt zum Menschen. Dazu kommen starke Schluckbeschwerden und Krämpfe, in einem späteren Stadium Lähmungen, die zum Tod führen.

Zum Glück ist die Tollwut in Deutschland so gut wie ausgerottet. Lediglich aus Norddeutschland ist die Fledermaustollwut bekannt. Wer allerdings mit seinem Tier ins Ausland fährt, braucht zum Teil den Nachweis einer Tollwutimpfung. In Osteuropa, der Türkei, Afrika, Südamerika, Indien, und Südostasien ist der Impfschutz außerdem aus Gründen des Selbstschutzes angeraten. Dort infizieren sich immer wieder verwilderte Haustiere mit dem Tollwuterreger.

Grundimmunisierung durch Impfungen in der zwölften und sechzehnten Woche, danach mit 15 Monaten. Auffrischung je nach Impfstoff.

Bordetella, Parainfluenzavirus

Die Parainfluenza (“Zwingerhusten”) tritt oft bei Hunden auf, die mit Artgenossen engen Kontakt haben – beispielsweise auf Hunde-Ausstellungen. Die grippeähnlichen Symptome klingen bei vitalen Tieren mit gesundem Immunsystem nach wenigen Wochen von alleine ab. Bei jungen oder geschwächten Tieren raten wir trotzdem zur Impfung, um schweren Verläufen vorzubeugen. Die Grundimmunisierung wird ab der achten Lebenswoche durch zwei Impfungen im Abstand von drei bis vier Wochen erreicht und sollte vier Wochen vor einem zu erwartenden Kontakt mit dem Erreger erfolgen.

Canine Leishmaniose

Die Krankheit wird vor allem im Mittelmeerraum beobachtet, aber auch in den  Tropen, auch wurden Erreger in Baden-Württemberg, besonders im Rheingraben, nachgewiesen. Leishmanien befallen die weißen Blutkörperchen.

Sie werden mit dem Stich der Sandmücke übertragen, einem etwa zwei Millimeter großen hellbraunen Insekt, das auch Menschen infizieren kann. Die Lymphknoten der Hunde schwellen an, die Tierhalter berichten über Lethargie und schnelle Erschöpfbarkeit. Durchfall und Appetitlosigkeit können zu Gewichtsverlust führen. Auf der Haut fallen haarlose Stellen auf, außerdem kleine kreisrunde Wunden, die schlecht verheilen. Oft fallen an den Ohrrändern, an der Schnauze und rund um die Augen die Haare aus. Verschiedentlich bilden sich Ekzeme, in deren Wundsekret der Erreger enthalten ist und auf den Menschen übertragen werden kann. Besonders Kleinkinder sollten deswegen von erkrankten Hunden ferngehalten werden.

Zu den Symptomen zählen außerdem stark wachsende Krallen und eine Schuppenbildung, die über das normale Maß hinausgeht. Bei der viszeralen Leishmaniose werden die inneren Organe befallen. Insgesamt ist die Lebensqualität der Tiere deutlich eingeschränkt. Während Hund aus dem Mittelmeerraum gegenüber dem Erreger zum Teil resistent sind, erkranken Hund aus Regionen, in denen Leishmanien normalerweise nicht nachgewiesen werden, um so heftiger.

Die Inkubationszeit beträgt einen Monat bis sieben Jahre. Das bedeutet: Auch lange nach einem Urlaub im Süden kann die Krankheit beim Hund ausbrechen!  Eine vollständige Heilung ist nicht möglich; die Infektion kann nur durch eine lebenslange Medikation zurückgedrängt werden. Unbehandelt führt die Leishmaniose zum Tod.

Eine gute Vorbeugung ist die konsequente Verwendung von Insektenschutzmitteln. Vor Reisen in endemische Gebiete wird außerdem eine Impfung empfohlen. Sie wird ab dem sechsten Lebensmonat durchgeführt, erforderlich sind drei Impfungen im Abstand von je vier bis fünf Wochen. Mit dem Schutz sollte also rechtzeitig vor dem Urlaub begonnen werden. Auch geimpfte Tiere sollten mit geeigneten Präparaten gegen Insektenstiche geschützt werden.

Katzen

Core-Impfungen gegen das Rhinotracheitisvirus (felines Herpesvirus), das feline Calicivirus, das feline Panleukopenievirus (RCP, Katzenseuche) und Tollwut (bei Freigängern).

Katzenseuche (Feline Panleukopenie)

The veterinarian does an inoculation to a small kitten over white background

Welche Impfung ist nötig? Freigänger brauchen mehr Schutz als Wohnungskatzen.                           © fotolia / 2002lubava1981

 

 

Die hochansteckende, häufig tödlich verlaufende Krankheit ist mit der Parvovirose des Hundes verwandt. Besonders gefährdet sind junge Katzen, betroffene Tiere sterben zum Teil innerhalb weniger Stunden. Die Ansteckung erfolgt über Sekrete, von Tier zu Tier oder auch über Gegenstände. Auch Flöhe und Insekten übertragen das Virus. Tiere, die eine Infektion überstanden haben, stecken noch über Monate hinweg mit ihren Ausscheidungen andere Tiere an.

Zu den möglichen Symptomen zählen Fieber, Durchfall, Erbrechen und Schmerzen. Die Nickhaut kann vorfallen und das Auge verdecken. Wegen des Flüssigkeitsverlustes sind die betroffenen Tiere oftmals apathisch und verweigern zudem die Nahrungsaufnahme.

Nach einer Grundimmunisierung im Alter von acht, zwölf und 16 Wochen sowie mit 15 Monaten empfehlen wir eine Auffrischung alle drei Jahre.

Rhinotracheitisvirus (felines Herpesvirus, felines Calicivirus)

Als Erreger treten eine Reihe verschiedener Viren (häufig Herpesviren) und Bakterien auf.  Eine Infektion wird oft als „Katzenschnupfen“ bezeichnet. Sie ist anders, als der Name vermuten lässt, nicht harmlos, sondern kann zum Tod führen. Häufig folgt auf eine Erstinfektion ein weiterer Befall des geschwächten Organismus mit gefährlichen Keimen, beispielsweise Staphylokokken. An Katzenschnupfen erkrankte Tiere sind hochansteckend, selbst dann, wenn die Symptome schon wieder abgeklungen sind.

Die Infektion kann sich vielfältig äußern: beispielsweise durch tränende Augen, eitrigem Ausfluss der Augen, vermehrtem Nasensekret, Fieber, Nahrungsverweigerung, Haarausfall, vorfallender Nickhaut, Haarausfall, Geschwüre der Mundschleimhaut, Bindehautentzündung, Schluckbeschwerden und vermehrtem Speichelfluss. Die Katzen sind lethargisch und fressen schlecht. Ohne Behandlung ist die Prognose ungünstig. Die Therapie kann langwierig sein, unter anderem müssen die Patienten häufig zwangsernährt werden.

Impfungen im Abstand von einem Jahr, bei Wohnungskatzen reicht eine Auffrischung alle zwei Jahre.

Tollwut (bei Freigängerkatzen)

Zwar ist bei uns die Tollwut so gut wie ausgestorben, jedoch können sich Freigänger immer noch bei Wildtieren anstecken. Wir empfehlen deswegen eine Grundimmunisierung im Alter von zwölf und sechzehn Wochen, danach mit 15 Monaten. Die Frequenz der Auffrischungs-Impfungen richtet sich nach dem Impfstoff.