24 Stunden Notfallbesetzung und OP-Bereitschaft
Foto Hund Roki Pia Kammerer

Hundebiss mit fatalen Folgen

Als der kleine Roki bei uns eingeliefert wurde, hing sein Leben am seidenen Faden. Der Chihuahua war schon ganz apathisch. Er befand sich in Seitenlage, hatte eine Blutvergiftung und mehrere gebrochene Rippen. Zwei Tage zuvor, an einem Sonntag, hatte sich ein fremder Hund auf den kleinen Vierbeiner gestürzt, ihn immer wieder gepackt und geschüttelt. Bisswunden konnten die Halter nicht finden, und der Notfalltierarzt riet am Telefon, Roki zu beobachten. Doch der fünf Jahre alte Chihuahua wurde von Stunde zu Stunde stiller, erzählt die Halterin. „Deshalb sind wir gleich am nächsten Morgen zum Haustierarzt gefahren.“ Von ihm erhielt das Tier Schmerzmittel, doch sein Zustand besserte sich nicht. Erst am Folgetag wurden dann beim Röntgen die Rippenfrakturen entdeckt – und Roki wurde als Notfall an die Tierklinik Ismaning überwiesen. Dort war man sofort alarmiert. „Das Tier war nicht narkosefähig. Unter einem nur punktförmigen Einbiss in der Achsel hatte sich eine infizierte Wundhöhle gebildet, die zu einer Sepsis geführt hatte“, erklärt Tierärztin Gaby Rieckmann und rät: „Nach jeder Beißerei ist eine gründliche Untersuchung durch den Tierarzt wichtig. Denn minimale Hautverletzungen sind oft im Fell schwer zu entdecken oder verschließen sich schnell wieder.“ Roki (im Bild mit Azubi Pia Kammerer) jedenfalls wäre viel erspart geblieben, wenn ein Arzt die Wunde sofort entdeckt, gesäubert und eventuell chirurgisch versorgt hätte. „Wir konnten das Tier nur aufnehmen und versuchen, es zu stabilisieren.“ Doch nach zehn Tagen intensivmedizinischer Behandlung nach allen Regeln der Ärztekunst und Zufüttern über eine Ösophagussonde war die Zeit des Hoffens und Bangens vorbei: Roki konnte wieder nach Hause. Zwar muss seine Halterin noch über die Sonde zufüttern und regelmäßig den Blutzuckerspiegel des Hundes checken, doch vor allem ist sie glücklich: „Ohne die Tierklinik Ismaning wäre Roki jetzt nicht mehr unter uns.“